ZIN markiert einen grundlegenden Wandel im Brüsseler Nordquartier und steht exemplarisch für den Umgang mit dem Bestand im zeitgenössischen Hochhausbau. Das Gebäude transformiert die ehemaligen World-Trade-Center-Türme WTC I und II zu einem zukunftsorientierten, gemischt genutzten Stadtbaustein.
Mit dem sogenannten „Manhattan Plan“ wurde in den 1960er Jahren ein städtebauliches Großprojekt begonnen, dessen Ziel es war ein Geschäftsviertel mit Hochhäusern, Büros und breiten Verkehrsachsen zu schaffen. An einer zentralen Kreuzung sollte das World Trade Center entstehen - ein Cluster von paarweise stehenden Hochhäusern auf jeder Ecke. Da ein großer Teil der geplanten Bebauung zunächst ausblieb, entstanden jahrelange Brachen. Heute prägt das Viertel dennoch die Skyline von Brüssel.
Der Eigentümer der Türme, Befimmo initiiere gemeinsam mit dem Bouwmeester Maitre Architecte (BMA, Stadtbaumeister von Brüssel) einen offenen Konzeptwettbewerb. 51N4E und l’AUC, konnten dabei mit ihrem Konzept überzeugen. Als dritter Partner für die Weiterentwicklung und Ausführung wurde ihnen Jaspers-Eyers an die Seite gestellt.
Anstatt die bestehenden Hochhäuser vollständig abzubrechen, blieben die beiden Erschließungskerne und die fünf Untergeschosse erhalten und wurden in den Bau integriert. Eine zwischen die beiden Kerne geschobene Scheibe verbindet nun die zwei Hochhäuser zu einem. Die Scheibe kommt ohne eigene Erschließung aus und verfügt über doppelte Geschosshöhen. So entstehen zwar nicht deutlich mehr Quadratmeter, aber deutlich mehr Volumen und damit Möglichkeiten. Die flexiblen Grundrisse, die sich über jedes zweite Stockwerk erstrecken, lassen sich an zahlreiche denkbare Aufgaben anpassen. Die Geschosse, die nicht mit der Scheibe verbunden sind, sind unabhängig und können so eingesetzt werden, wie es gerade gebraucht wird. Diese wechselweise Anordnung nennt das Projektteam „Zebra“. Heute wechseln sich im östlichen Turm Büro und Hotel ab und im westlichen Büro und Wohnungen. Durch diese Nutzungsmischung entsteht ein Gebäude, das nicht nur während der Bürozeiten belebt ist, sondern rund um die Uhr Teil des städtischen Lebens bleibt.